Ist THCP tatsächlich stärker als andere Cannabinoide wie HHC-P?

Wenn du dich mit neuen Cannabinoiden beschäftigst, hast du sicher schon von THCP und HHC-P gehört. Beide werden als besonders potent beschrieben - aber ist THCP wirklich stärker? Und was bedeutet das für dich, wenn du sie ausprobierst? Die Antwort ist nicht einfach ja oder nein. Es hängt von der Chemie, deinem Körper und der Dosis ab.

Was ist THCP wirklich?

THCP, oder Tetrahydrocannabiphorol, ist ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, das 2019 von italienischen Forschern entdeckt wurde. Es ist eine Verbindung, die der Struktur von THC sehr ähnlich ist - aber mit einem entscheidenden Unterschied: Es hat eine siebengliedrige Seitenkette, während THC nur fünf hat. Diese längere Kette ermöglicht es THCP, sich viel fester an die CB1-Rezeptoren im Gehirn zu binden. Studien zeigen, dass THCP bis zu 33-mal stärker an diese Rezeptoren bindet als herkömmliches Delta-9-THC. Das klingt nach einem Super-Cannabinoid - und das ist es auch. Aber: Diese Zahl kommt aus Laborversuchen mit Zellkulturen, nicht aus menschlichen Tests.

Wie vergleicht sich HHC-P mit THCP?

HHC-P, oder Hexahydrocannabinol-Propyl, ist ein synthetisch hergestelltes Cannabinoid, das aus HHC abgeleitet wird. Es hat eine Propyl-Seitenkette statt einer Pentyl-Kette wie bei normalem HHC. Das macht es deutlich wirksamer als herkömmliches HHC - aber im Vergleich zu THCP? Die Bindungsstärke von HHC-P an CB1-Rezeptoren liegt laut aktuellen Daten bei etwa 10- bis 20-facher Stärke im Vergleich zu Delta-9-THC. Das bedeutet: THCP bindet signifikant fester als HHC-P. Aber Bindungsstärke ist nicht gleich Wirkung.

Warum Bindungsstärke nicht alles ist

Ein Cannabinoid, das sich stark an Rezeptoren bindet, ist nicht automatisch stärker in der Wirkung. Der Körper nimmt es anders auf, metabolisiert es schneller oder langsamer, und deine individuelle Biochemie spielt eine riesige Rolle. Einige Nutzer berichten, dass HHC-P eine klare, lange anhaltende Wirkung hat - fast wie ein medizinisches THC, aber ohne die starke Verwirrung. THCP dagegen wird oft als extrem intensiv, fast überwältigend beschrieben. Viele sagen, es fühlt sich an wie ein starkes THC, aber mit einer fast psychedelischen Tiefe - und das bei winzigen Dosen.

Ein Beispiel: Eine Person, die mit 5 mg HHC-P eine entspannte, klare Wirkung spürt, könnte mit nur 1 mg THCP völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Das liegt nicht nur an der Chemie, sondern auch an der Verfügbarkeit. THCP ist extrem selten in Pflanzen. Die meisten Produkte enthalten synthetisches THCP, das in Laboren hergestellt wird. HHC-P ist ebenfalls synthetisch, aber die Herstellung ist einfacher und verbreiteter. Das bedeutet: HHC-P-Produkte sind oft besser dosiert, konsistenter und mit mehr Kontrolle hergestellt.

Silhouette mit zwei unterschiedlichen Energien: intensiv rot-orange für THCP und ruhig blau-grün für HHC-P.

Die Dosis macht den Unterschied

Wenn du THCP zum ersten Mal ausprobierst, musst du extrem vorsichtig sein. Einige Produkte enthalten nur 0,5 bis 2 mg THCP pro Stück - und das reicht für viele Menschen aus, um stark zu werden. HHC-P wird oft in Dosen von 5 bis 15 mg angeboten. Das ist ein großer Unterschied. Wer THCP in der gleichen Menge wie HHC-P nimmt, riskiert eine übermäßige Reaktion: Verwirrung, schneller Puls, Angst, manchmal sogar Halluzinationen. Es gibt keine offiziellen Dosierungsrichtlinien - nur Erfahrungsberichte. Die meisten Experten raten: Beginne mit 0,5 mg THCP und warte mindestens zwei Stunden, bevor du mehr nimmst.

Wie fühlt sich THCP wirklich an?

Die Erfahrungsberichte sind gemischt, aber konsistent in einem Punkt: THCP ist nicht für Anfänger. Nutzer, die schon mit starkem THC oder HHC-P Erfahrung haben, beschreiben THCP als:

  • Eine tiefere, körperliche Entspannung, fast wie eine Welle, die von den Zehen bis zum Kopf aufsteigt
  • Eine Verlängerung der Wirkdauer - bis zu acht Stunden oder länger
  • Eine klare, aber intensive mentale Wirkung, die manchmal schwer zu kontrollieren ist
  • Ein höheres Risiko für Tachykardie (schneller Puls) und Schwindel

Im Gegensatz dazu ist HHC-P oft als „sauberer“ beschrieben: weniger körperliche Schwere, weniger mentale Überlastung, aber immer noch stark genug, um Schmerzen zu lindern oder den Schlaf zu verbessern. Es ist ein guter Kompromiss zwischen Wirkung und Kontrolle.

Rechtliche Lage in Deutschland - was du wissen musst

In Deutschland ist die rechtliche Lage für beide Stoffe grau. THCP und HHC-P sind nicht explizit in der Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgeführt - aber sie fallen unter die sogenannte „Analog-Regelung“. Das bedeutet: Wenn ein Stoff chemisch ähnlich zu THC ist und ähnliche Wirkungen hat, kann er als verboten gelten. Die Polizei und Gerichte entscheiden das oft nachträglich. Viele Händler verkaufen diese Stoffe als „nicht für den menschlichen Konsum“ - das ist ein juristischer Trick. Aber wenn du sie kaufst und konsumierst, bist du rechtlich nicht geschützt. In einigen Bundesländern wurden bereits Produkte mit THCP beschlagnahmt.

Person hält eine winzige THCP-Dosis in der Hand, daneben eine größere HHC-P-Kapsel bei Mondlicht.

Was ist sicherer: THCP oder HHC-P?

Wenn du auf Sicherheit und Kontrolle Wert legst, ist HHC-P die bessere Wahl. Es ist besser erforscht, häufiger in Produkten enthalten, und die Dosis ist leichter einzuschätzen. THCP ist wie ein Hochleistungsmotor in einem Auto ohne Bremsen: Es kann unglaublich stark sein - aber wenn du nicht weißt, wie du damit umgehst, endet es schlecht. Es gibt keine Langzeitstudien zu THCP. Keine Daten zu Abhängigkeitspotenzial. Keine klaren Grenzwerte für den sicheren Konsum. HHC-P hat zumindest einige Nutzererfahrungen, die helfen, Risiken einzuschätzen.

Was solltest du tun, wenn du es ausprobieren willst?

Wenn du dich für THCP oder HHC-P entscheidest, folge diesen einfachen Regeln:

  1. Beginne mit der kleinsten möglichen Dosis - besonders bei THCP: 0,5 mg oder weniger
  2. Warte mindestens 120 Minuten, bevor du mehr nimmst - es wirkt langsam, aber sehr lange
  3. Nimm es nicht allein - sei in einem sicheren Umfeld mit jemandem, der weiß, was du nimmst
  4. Vermeide Alkohol, Benzodiazepine oder andere Beruhigungsmittel - die Kombination kann gefährlich sein
  5. Kaufe nur von Anbietern, die dritte-Labortests (COA) veröffentlichen - und prüfe die Konzentration genau

Wenn du nur Entspannung, Schlaf oder Schmerzlinderung willst, reicht HHC-P völlig aus. Du musst nicht nach dem stärksten Stoff suchen. Der stärkste Stoff ist nicht immer der beste.

Die Zukunft: Werden wir THCP bald überall finden?

THCP ist teuer und schwer herzustellen. Die Produktion ist komplex, und die Ausbeute ist gering. Das bedeutet: Es bleibt ein Nischenprodukt - und bleibt teuer. HHC-P hingegen lässt sich mit gängigen Methoden produzieren und wird daher wahrscheinlich weiter verbreitet sein. In den nächsten Jahren wird es mehr Produkte mit HHC-P geben, aber THCP bleibt etwas für Experten - und für die, die bewusst nach der stärksten Wirkung suchen.

Am Ende ist es nicht die chemische Formel, die zählt - sondern deine Erfahrung, deine Toleranz und deine Vorsicht. THCP ist stärker - das ist wissenschaftlich belegt. Aber stärker bedeutet nicht besser. Und manchmal ist weniger mehr.

Ist THCP legal in Deutschland?

THCP ist nicht explizit verboten, aber es fällt unter die Analog-Regelung des Betäubungsmittelgesetzes. Da es stark an CB1-Rezeptoren bindet und ähnliche Wirkungen wie THC hat, kann es rechtlich als verboten gelten. Viele Behörden beschlagnahmen Produkte mit THCP. Der Verkauf erfolgt oft unter der Aussage „nicht für den menschlichen Konsum“ - das ist kein rechtlicher Schutz.

Wie lange hält die Wirkung von THCP an?

Die Wirkung von THCP kann bis zu acht bis zehn Stunden anhalten - manchmal sogar länger. Im Vergleich dazu wirkt HHC-P etwa vier bis sechs Stunden. THCP wirkt langsamer an, aber viel länger. Deshalb ist es besonders wichtig, nicht zu viel zu nehmen und geduldig zu sein.

Kann man THCP mit HHC-P kombinieren?

Es ist nicht empfehlenswert, THCP und HHC-P zu kombinieren. Beide sind sehr stark und wirken auf dieselben Rezeptoren. Die Kombination erhöht das Risiko für starke Nebenwirkungen wie Angstzustände, Herzrasen, Übelkeit oder Verwirrung. Wenn du Erfahrung mit beiden hast, solltest du nur extrem kleine Dosen ausprobieren - und nur unter Aufsicht.

Warum ist THCP so viel teurer als HHC-P?

THCP ist schwer und kostspielig herzustellen. Die chemische Synthese erfordert spezielle Ausrüstung und seltene Ausgangsstoffe. HHC-P kann mit gängigen Methoden und billigeren Chemikalien hergestellt werden. Deshalb ist THCP oft zehnmal teurer pro Milligramm. Du zahlst nicht nur für die Wirkung - sondern auch für die Komplexität der Herstellung.

Hat THCP Nebenwirkungen, die HHC-P nicht hat?

Ja. THCP ist mit einem höheren Risiko für starke Herzrasen, Schwindel, Übelkeit und psychische Reaktionen wie Paranoia oder Halluzinationen verbunden. HHC-P wirkt zwar auch stark, aber seltener mit diesen extremen Effekten. Das liegt an der höheren Bindungsstärke von THCP an CB1-Rezeptoren - und der fehlenden Langzeitforschung. Wer THCP nimmt, sollte auf körperliche Signale achten und sofort aufhören, wenn es unangenehm wird.