HHC-P ist ein synthetisches Cannabinoid, das in den letzten Jahren immer häufiger in Produkten wie Vape-Flüssigkeiten, Gummibärchen und Ölen auftaucht. Viele Menschen fragen sich: Was genau ist das? Ist es wie THC? Ist es sicher? Und warum wird es überhaupt verkauft? Hier bekommst du eine klare, einfache Erklärung - ohne Marketing-Schmuck.
Was ist HHC-P wirklich?
HHC-P steht für Hexahydrocannabinol-Propyl. Es ist eine chemische Verbindung, die aus dem natürlichen Cannabinoid THC abgeleitet wurde, aber durch gezielte chemische Umwandlungen verändert wurde. Im Gegensatz zu THC, das in der Hanfpflanze vorkommt, wird HHC-P im Labor hergestellt. Es ist kein Naturprodukt, sondern ein sogenanntes semi-synthetisches Cannabinoid.
Die chemische Struktur von HHC-P unterscheidet sich von THC vor allem durch eine längere Propyl-Kette statt einer Pentyl-Kette. Das klingt technisch, hat aber eine praktische Folge: HHC-P bindet viel stärker an die CB1-Rezeptoren im Gehirn als herkömmliches THC. Einige Studien und Nutzerberichte deuten darauf hin, dass HHC-P bis zu 10-mal wirksamer sein könnte als Delta-9-THC - das ist der Hauptwirkstoff in Marihuana.
Wie wirkt HHC-P?
Die Wirkung von HHC-P ist ähnlich wie die von THC, aber oft intensiver und länger anhaltend. Nutzer berichten von:
- Euphorie und starkem Glücksgefühl
- Relaxation und Muskelentspannung
- Verändertem Zeitgefühl
- Erhöhtem Appetit
- Leichter Benommenheit oder Schwindel
Einige Menschen erleben auch starke Halluzinationen oder Paranoia - besonders bei höheren Dosen. Das liegt daran, dass HHC-P so stark an die CB1-Rezeptoren bindet, dass das Gehirn überfordert werden kann. Die Wirkung setzt innerhalb von 15-30 Minuten ein, wenn es geraucht oder gedampft wird. Bei Einnahme als Kapsel oder Gummibärchen kann es bis zu 90 Minuten dauern.
Die Dauer der Wirkung liegt bei 4-8 Stunden, je nach Dosis und Körpergewicht. Im Vergleich zu THC, das oft nach 2-4 Stunden nachlässt, hält HHC-P deutlich länger an.
HHC-P vs THC: Was ist der Unterschied?
Es ist wichtig, HHC-P nicht mit anderen Cannabinoiden wie HHC, Delta-8-THC oder CBD zu verwechseln. Hier ein klarer Vergleich:
| Merkmale | HHC-P | Delta-9-THC | CBD |
|---|---|---|---|
| Herkunft | Synthetisch (Labor) | Natürlich (Hanf) | Natürlich (Hanf) |
| Wirkung auf CB1-Rezeptor | Sehr stark (bis zu 10x THC) | Stark | Keine |
| Rauschwirkung | Intensiv, langanhaltend | Stark, aber kürzer | Keine |
| Rechtlicher Status in Deutschland | Unklar, aber meist illegal | Illegal | Legal (unter 0,2 % THC) |
| Nebenwirkungen | Hoch: Angst, Herzrasen, Übelkeit | Mäßig: Trockener Mund, Schwindel | Sehr gering |
HHC-P ist nicht einfach ein „stärkeres THC“. Es ist eine andere Substanz mit anderen Risiken. Die meisten Studien dazu stammen aus Laborversuchen mit Tieren oder aus Berichten von Nutzern - nicht aus klinischen Studien mit Menschen.
Warum gibt es HHC-P überhaupt?
Hinter der Entwicklung von HHC-P steckt ein wirtschaftliches Spiel. Hersteller nutzen eine Lücke im Gesetz: Solange ein Cannabinoid nicht explizit verboten ist, kann es legal verkauft werden - zumindest in manchen Ländern. In Deutschland ist der Besitz und Verkauf von HHC-P jedoch nach dem Narkotika-Gesetz (BtMG) illegal, da es als „neuartige psychoaktive Substanz“ gilt.
Viele Produkte werden trotzdem online angeboten - oft mit Labels wie „nicht für menschliche Konsumtion“ oder „für Forschungszwecke“. Das ist ein juristischer Trick, um Strafen zu umgehen. Doch wenn du es konsumierst, bist du trotzdem auf eigenes Risiko unterwegs.
Was sind die Risiken von HHC-P?
Die größte Gefahr bei HHC-P ist: Wir wissen zu wenig.
Es gibt kaum Langzeitstudien. Keine klaren Dosierungsrichtlinien. Und keine Kontrolle über Reinheit oder Zusammensetzung. Viele Produkte, die als HHC-P verkauft werden, enthalten tatsächlich gar kein HHC-P - sondern andere, unbekannte synthetische Cannabinoide, die noch gefährlicher sein könnten.
Typische Nebenwirkungen, die in Online-Foren und medizinischen Berichten beschrieben werden, sind:
- Herzrasen und erhöhter Blutdruck
- Übelkeit und Erbrechen
- Starke Angstzustände oder Panikattacken
- Schwindel und Koordinationsstörungen
- Verwirrtheit und Gedächtnislücken
Ein Fall aus dem Jahr 2025 aus einem deutschen Krankenhaus in Stuttgart berichtet von einem 22-Jährigen, der nach der Einnahme eines HHC-P-Gummibärchens ins Krankenhaus gebracht wurde - mit starkem Herzrhythmusstörungen und Halluzinationen. Die Ärzte konnten nicht einmal genau sagen, was er eingenommen hatte, weil die Substanz nicht standardisiert ist.
Wo kann man HHC-P kaufen? Und sollte man das?
HHC-P wird hauptsächlich online verkauft - über Webshops aus dem Ausland, Social-Media-Plattformen oder darknet-Marktplätze. Manche Anbieter behaupten, es sei „legal“ oder „sicher“. Das ist falsch.
In Deutschland ist HHC-P seit 2023 als neuartige psychoaktive Substanz unter das BtMG gefallen. Der Besitz, der Verkauf und die Herstellung sind strafbar. Auch wenn du es aus einem Land importierst, in dem es legal ist, verstößt du hierzulande gegen das Gesetz.
Was du auch nicht vergessen solltest: Selbst wenn du denkst, es sei „sicher“, weil es „nicht aus Marihuana“ kommt - synthetische Cannabinoide sind oft gefährlicher als natürliche. Sie sind nicht vom Körper vorgesehen. Sie können sich anders verbinden, anders abbauen, anders schaden.
Fazit: Ist HHC-P etwas für dich?
Wenn du nach einer sicheren, legalen und kontrollierten Wirkung suchst - dann ist HHC-P nichts für dich.
Es ist nicht ein „besseres THC“. Es ist ein unreguliertes, ungetestetes und potenziell gefährliches Chemieprodukt. Es gibt keine Garantie für Reinheit, keine sicheren Dosen, keine medizinische Aufsicht. Und es ist illegal.
Wenn du nach Entspannung, Schlaf oder Schmerzlinderung suchst: Es gibt bessere, legalere und sicherere Alternativen - wie CBD-Öle, die unter 0,2 % THC enthalten, oder medizinische Betreuung. Du musst dich nicht mit unbekannten Substanzen beschäftigen, um dich besser zu fühlen.
HHC-P ist kein Trend. Es ist ein Risiko - und es ist kein Spiel.